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Ich hatte kein Kleingeld... |
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In diesem Buch erzählen Flüchtlinge und EinwanderInnen von ihren Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus - unkommentiert. Rassismus wirkt in allen Bereichen des täglichen Lebens, grenzt Menschen aus, verletzt, kann sie sogar zerstören. Die in diesem Buch dokumentierten Gesprächen schildern Erfahrungen mit Rassismus
"Ich hatte kein Kleingeld..."Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus Drei kurze Auszüge:Einmal waren wir zusammen hier zu Hause. Ich male sehr gerne und sie auch. Wir saßen am Tisch. Und dann sagte sie zu mir: "Mama, gib' mir doch mal den Hautfarbe-Stift." Und ich sage zu ihr: "Was? Hautfarbe?" Und sie sagt: "Ja, der rosafarbene Stift." Und ich sage zu ihr: "Der Stift ist rosafarben, nicht hautfarben." "Ja, ich weiß Mama, aber die anderen sagen das in der Klasse. Das ist hautfarben." Und ich sage: "Aber das stimmt doch nicht. Welche Hautfarbe? Meine Hautfarbe jedenfalls nicht." Und da hat sie angefangen zu weinen. Zum Beispiel hat mal einer geklingelt, und meine Mutter machte die Tür auf. Sie hat natürlich das Kopftuch auf, wenn sie rausgeht. Er: "Ist der Chef da?" Meine Mutter: "Was?" Er: "Ja, ist der Chef da?" "Der steht vor Ihnen." Er hat gedacht, meine Mutter wäre die Putze hier. Unverschämtheit! Du sollst alles vergessen, du sollst einfach beruhigt sein und schlafen. Und das ist für dich wie irgendwo kaltgestellt. Das heißt soviel wie: Wir wollen Euch nicht. Wir können Euch das Asylrecht nicht absprechen, wir können Euch auch nicht rausschmeißen. Aber wir können Euch ruhig mal kaltstellen, bis Ihr die Schnauze voll habt, dann fliegt Ihr schon von allein nach Hause. |
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